Chronik

20 Jahre donum vitae Regionalverband Stuttgart e.V.

Schwangerenberatungsstelle, Zahlen, Entwicklungen, Hintergründe

2024: Ein neues Beraterinnenteam baut sich auf

Seit März 2024 sind die Beraterinnen Solida Jurcic (70% Stelle), Melina Koch (100% Stelle) und Melissa Hirsch (30% Stelle) bei donum vitae tätig. Unterstützt wird ihre Arbeit weiterhin von der Verwaltungskraft Frau Anne-Kathrin Meier.
Die vorherigen Mitarbeiterinnen Mirabella Monopoli und Daniela Schumacher haben sich beruflich umorientiert. Frau Katharina Hummel befindet sich aktuell in Elternzeit.

Die Beratungsstelle ist auf Instagram zu finden. 

2022: Abschaffung des §219a StGB

Die Abschaffung des Werbeverbots für Schwangerschaftsabbrüche hat sich auf unsere Beratungsarbeit bisher nicht ausgewirkt. Die schwangeren Frauen haben nun die Möglichkeit, sich eigenständig fachkundige Informationen einzuholen und nehmen unser Beratungsangebot weiterhin gerne wahr.

Aufklärung und Präventionsangebote

Zusätzlich fanden und finden regelmäßige sexualpädagogische Präventionsangebote in Schulen statt. Auffällig ist, dass die Zahl der minderjährigen Klient:innen bei der Konfliktberatung anfangs höher war und zwischenzeitlich rückläufig ist, was sich sicherlich auch auf die Aufklärung der Präventionsangebote zurückführen lässt. Ab 2008 wurde die Präventionsarbeit intensiviert und das Theaterstück „Maria“ in Kooperation mit der Theatergruppe Q-rage eingeführt. Das Theaterstück orientiert sich an der Lebenswelt der Jugendlichen und spricht sie auf der emotionalen Ebene an. Es geht um das „erste Mal“ und darum Grenzen zu setzen, zu flirten, sich zu verlieben, um Partnerschaft und Sexualität sowie um Verhütung und Verantwortung und ungewollte Schwangerschaft.

2022: Einführung einer Sprechstunde für schwangere Migrantinnen mit Genitalverstümmelung

Seit Anfang dieses Jahres bis Ende 2023 wurde die Sprechstunde für schwangere Migrantinnen mit FGM/C (Female Genital Mutilation/Cutting, weibliche Genitalverstümmelung) angeboten. Das Projekt wurde von einer erfahrenen Hebamme, Michelle Scholz, durchgeführt. Schwangere Migrantinnen und ihre Vertrauenspersonen sollen trauma- und kultursensibel, interdisziplinär, individuell, niederschwellig und bedarfsorientiert beraten und begleitet wurden. Die Sprechstunde übernahm eine Lotsenfunktion durch das deutsche Hilfesystem und das medizinische Versorgungssystem rund um Schwangerschaft, Geburt und das Wochenbett.

2020/2021: Video- und Telefonberatung, Sozialberatung und Anteil der Migrant:innen steigt

Im Februar 2020 wurde die Beratungsstelle aufgrund der Coronasituation vor eine große Herausforderung gestellt. Trotz der Pandemie waren zu jedem Zeitpunkt Beratungen möglich, wenn nicht in Präsenz, dann per Telefon- oder Videocall. Wird diese Beratungsmethode von den Frauen gewünscht, ist sie auch heute noch in dieser Form möglich. Die Erfahrung aus der Corona-Zeit ist: Die neue und datensichere Möglichkeit zur Beratung wird von vielen Frauen gerne angenommen. Corona hat die Frauen auch finanziell sehr belastet und die Nachfrage nach finanzieller Unterstützung ist wieder angestiegen. Dies spiegelt das aktuelle Beratungsverhältnis wider: die Schwangerschaftskonfliktberatungen liegen bei 55 % und die Sozialberatungen bei 45 %. Im Jahr 2021 betrug der Anteil der Klient:innen mit Migrationshintergrund 57 %, es gibt ein Beratungsangebot in Englisch und Französisch, das sehr gut angenommen wird.
Die Anzahl der Beratungsgespräche im Jahr 2020 lag bei 422, im Jahr 2021 bei 379 – der Rückgang der Gespräch ging einher mit einem Anstieg von deutlich zeitintensivere Beratungen.

Ab 2015: Mehr Geflüchtete kommen in die Beratungsstelle

Ab Mitte 2015 war auch in der Beratungsstelle die Flüchtlingskrise deutlich zu spüren. Für viele Familien aus Syrien war die finanzielle Notlage so groß, dass für die schwangeren Frauen bei der Bundesstiftung entsprechende Anträge für Babyausstattung gestellt wurden.

Schon immer war donum vitae eine gute funktionierende Netzwerkarbeit wichtig. Dies bedeutet, Kommunikations- und Kooperationsstrukturen zu allen für eine erfolgreiche Beratungsarbeit relevanten Einrichtungen, Ämter und Behörden, zu allen Arbeitskreisen aufzubauen und aufrechtzuerhalten.

2014/2015: Generationenwechsel im Beraterinnenteam

2014/2015 fand ein Generationswechsel im Beraterinnenteam statt. Die beiden Beraterinnen der ersten Stunde, Frau Gehrke und Frau Kurz-Schlereth, gingen in den Ruhestand und die Nachfolge wurde von Frau Popiolek und Frau Schumacher angetreten. 2016 bis 2021 verstärkte Frau Aourgen de Bonviller das Beraterinnenteam, ihre Nachfolgerin wurde 2022 Frau Mirabella Monopoli. Somit hat das Beraterinnenteam einen Stellenumfang von insgesamt 200%. Außerdem wird es seit März 2001 von einer Verwaltungskraft in Teilzeit unterstützt. Seit Oktober 2018 von Frau Anne-Kathrin Meier mit 50%.

2013: Broschüre „Wegweiser für junge Schwangere“

2013 wurde als Orientierungs- und Hilfsmöglichkeit für Ratsuchende Schwangere die Broschüre „Wegweiser für junge Schwangere“ erstellt. Hier werden die Frauen umfassend informiert, an welche Institutionen sie sich wenden können, um Hilfe und Unterstützung zu bekommen. Zwischenzeitlich wurde der „Wegweiser“ aktualisiert und auch in englischer Sprache aufgelegt.

Frau Kaupp und Herr Fetscher führen ein Benefizessen ein. Interessierte Hobbyköche:innen kochen in Kooperation mit der Kochschule Bastian Pfeifer, genießen und tun dabei noch etwas Gutes. Denn von den Teilnehmer:innen wird großzügig gespendet, die Spenden kommen donum vitae zu Gute. Bis heute wird das Benefizessen in regelmäßigen Abständen organisiert, zuletzt dieses Jahr im Mai.

2011: Ausbau der Beratung bei Pränataldiagnostik

Ab 2011 wurde die Beratung bei Pränataldiagnostik weiter ausgebaut, da Ärzte:innen seit Anfang 2010 bei einem „auffälligen Befund“ die Aufgabe haben, auf die Möglichkeit einer psychosozialen Beratung in einer Schwangerenberatungsstelle hinzuweisen. Im gleichen Jahr fand im Vorstand eine Veränderung statt, Thomas Fetscher wurde Vorstandsvorsitzender. Gertrud Göggel-Stetter, die bisherige Vorstandsvorsitzende, übernahm den stellvertretenden Vorsitz. Im Mai 2022 hat Thomas Fetscher seinen Vorsitz an Frau Maria Nestele abgegeben, die seither mit Elke Merkle als stellvertretende Vorsitzende, Gabriele Gehrke als stellvertretende Vorsitzende, Kathrin Derndinger als Beisitzern und Gabriele Greiner-Jopp als Beisitzerin den Vorstand bilden.

Bis 2010: Änderung des Beratungsverhältnisses - 60 % Konfliktberatung, 40 % Sozialberatung

Am 01.10.2009 ist donum vitae in die Friedrichstraße 37 umgezogen, in der wir bis heute sind. Ab 2010 hat sich das Beratungsverhältnis von 90% Konfliktberatungen zu 10% Sozialberatung dahingehend verändert, dass es nun 60 % Konfliktberatungen zu 40% Sozialberatungen waren. Schwerpunktthemen, die im Vordergrund standen und stehen waren Kinder(armut), Zunahme von sozialen und finanziellen Notlagen und Wohnungsnot. Die bereits bestehende Möglichkeit, Anträge auf eine Babyerstausstattung bei der Bundesstiftung zu stellen, wurden verstärkt in Anspruch genommen.

2007: Einführung der Psychosozialen Beratung bei Pränataldiagnostik

Ab 2007/2008 wurde die Psychosoziale Beratung bei einer Pränataldiagnostik eingeführt. Die Frauen hatten nun die Möglichkeit, vor oder nach einer pränatalen Untersuchung ein Gespräch mit einer Beraterin zu führen. Da Frauen und Paare oft mit der Situation überfordert sind und sich mit ihren Fragen und Ängsten allein gelassen fühlen, haben sie hier die Möglichkeit über ihre Situation zu sprechen, individuelle Hilfe und Unterstützung zu erfahren und eine für sie annehmbare Lösung zu finden.

Der Beginn: donum vitae in Stuttgart seit 2000/2002 (Beratung/Regionalverband)

Die erste Schwangerenberatungsstelle von donum vitae in Baden-Württemberg öffnete ihre Türen Mitte Dezember 2000 in der Marienstraße 9 in Stuttgart. Getragen wurde sie zunächst vom Landesverband donum vitae in Baden-Württemberg e.V., gegründet im Februar 2000. Seit dem 01. Januar 2003 arbeitet die Beratungsstelle unter neuer Trägerschaft, dem donum vitae Regionalverband Stuttgart e.V. , der am 9. Oktober 2002 gegründet wurde. Er löste damit den donum vitae Landesverband in seiner bisherigen Trägerfunktion ab. Hierfür waren vor allem strukturelle Überlegungen ausschlaggebend. So sollten sowohl auf der Beratungsebene als auch auf der Trägerebene klare und effiziente Organisations- und Arbeitsstrukturen geschaffen werden. Die Beratungsstelle wurde mit der Beraterin Constanze Kurz-Schlereth zu 100% besetzt, im Februar 2001 kam Gabriele Gehrke als weitere Beraterin mit einem Stellenumfang von 100% hinzu.

Die ersten Jahre: 90 % Konfliktberatung, 10 % Sozialberatung, 50 % Klientinnen aus Deutschland

Donum vitae bedeutet wörtlich „Geschenk des Lebens“ und Aufgabe ist es, durch parteiliche Beratung und Begleitung an der Seite der werdenden Mutter, des Vaters oder des Paares zu sein. Dies bedeutet, bei einem Schwangerschaftskonflikt zuzuhören, über mögliche Ängste und Befürchtungen zu sprechen, neue Perspektiven zu eröffnen und dabei zu unterstützen eine verantwortbare und langfristig tragfähige Entscheidung zu treffen. Bei finanziellen Notlagen und bei Fragen rund um Schwangerschaft und Geburt steht donum vitae als Ansprechpartner:in und als Unterstützung zur Verfügung. Zu Beginn suchten 90 % der Klient:innen die Beratungsstelle hauptsächlich wegen der Schwangerschaftskonfliktberatung auf, während nur 10% der Frauen eine Sozialberatung benötigten. Davon stammten 50 % der Klient:innen aus Deutschland und 11,7 % aus nicht EU-Ländern. Die Klient:innen mit Migrationshintergrund kamen damals hauptsächlich aus den osteuropäischen Ländern.

 

Hintergrund:

donum vitae (lat. Geschenk des Lebens) bietet deutschlandweit an mehr als 200 Standorten Schwangerschaftskonfliktberatung an. Nach dem Ausstieg der katholischen Kirche aus dem gesetzlichen Beratungssystem wurde donum vitae als bürgerlicher Verein von katholischen Laien im September 1999 gegründet. Im Gegensatz zu den kirchlichen Beratungsstellen stellt donum vitae

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